Am zweiten Sonntag im Oktober stand auch schon unsere zweite Veranstaltung an! Gemeinsam mit Foodsharing hatten wir eine Apfelernte-Aktion organisiert, um zu zeigen, dass leckeres Essen nicht immer etwas kosten muss und quasi direkt vor der Haustür zu ernten ist.
Im Vorfeld gab es einige Unsicherheiten: Würde das Wetter mitspielen? Würden sich die Leute von dem bis zuletzt anhaltenden Regen abschrecken lassen? Und wenn nicht, reichen die Äpfel? Auf Facebook gab es für unsere Veranstaltung immerhin 14 Zusagen und sogar 175 interessierte Menschen.
Einen Tag vorher dann erste Entwarnung: Die Wettervorhersage prognostizierte ab 12 Uhr ein Ende des Regens und im Laufe des Nachmittags sogar Sonnenschein! Auch erreichte uns eine Nachricht, in der uns jemand anbot, 10-20 kg Äpfel aus seinem Garten direkt zu uns zu bringen. Eine zweite Interessierte fragte uns kurz vorher, ob sie auch später zu zweit dazustoßen könnten, da sie entlang der Route wohnen – wir würden also schonmal trotz Regens nicht alleine sein und ein paar Äpfel haben!

Schließlich trudelten auch um 13 Uhr die ersten Gäste an unserem Treffpunkt ein. Angela vom Querbeet erklärte den interessierten Zuhörer*innen die Funktionsweise des Gemeinschaftsgartenkonzeptes. Jede*r ist herzlich eingeladen, Dienstag und Samstag ab 16 Uhr selber in der Neustädter Straße 20 mitzuhelfen!
Als unser Radtour-Grüppchen dann bis 13:15 Uhr zu einer Gruppe aus elf Menschen und einem Menschlein angewachsen war, brachen wir schließlich auf. Der Regen hatte aufgehört, aber der Boden war vor allem auf dem Radweg entlang der Parthe so schlammig und mit riesigen Pfützen übersät, dass die Unglücklichen unter uns, die kein oder nur ein kurzes Fahrradschutzblech besaßen, ordentlich Schmodder abbekamen.
Das tat der guten Laune aber keinen Abbruch, erste sehr nette Gespräche ergaben sich auf dem idyllischen Parthe-Radweg und beim Baggersee in Thekla gab es dann auch das erste Erfolgserlebnis: Eine ganze Wiese voll mit Apfelbäumen. Einiges an Äpfeln konnten wir direkt vom Boden auflesen, die Äpfel oben im Baum sahen allerdings auch noch sehr verlockend aus. Mit Teleskopstangen bewaffnet versuchten wir also mit unterschiedlichem Erfolg unser Glück, die Äpfel vom Baum in unsere Beutel und Taschen zu befördern. Von radikaler Ninjatechnik mit der Stange (kreuz und quer in der Baumkrone umherschlagen) über präzise Stoßtechnik (mögliche Äpfel anvisieren und durch gezieltes dagegenstoßen herunterschlagen) bis zu gewaltfreieren Modellen (kräftig am Baum schütteln) haben wir uns ausprobiert. Inzwischen war auch die Sonne hervorgekommen und tat ihr übriges zur guten Laune.

Voll gepackt ging es weiter und auf einer Landstraße fanden wir die nächsten gut tragenden Apfelbäume. Nach weiterer Ernte mussten wir schließlich feststellen, dass wir inzwischen so viele Äpfel hatten, dass wir kaum mehr transportieren könnten und machten uns auf dem Heimweg.
Auf dem Rückweg ging im Schlamm leider mein Fahrrad kaputt, sodass ich den letzten Teil des Wegs zu Fuß gehen musste, während der Rest der Gruppe zurück zum Garten fuhr. Wieder angekommen im Querbeet war der Betrieb in vollem Gange: An einem großen Tisch wurde schon fleißig kleingeschnitten und geputzt, gehäckselt und Saft gepresst, während die Freiwilligen von Foodsharing leckeren Eintopf und Salate aus vor der Mülltonne geretteten Lebensmitteln zubereiteten.

Bei leckerem Essen erfuhren wir schließlich noch einiges über das Foodsharing-Konzept – jede*r kann sich unter foodsharing.de anmelden, sofort eigenes Essen teilen und nach einem kleinen Quiz  auch selber übriggebliebenes Essen von Gaststätten, Supermärkten und Läden abholen! Schließlich genossen wir noch das gute Essen, füllten uns unseren wohl verdienten Saft in die mitgebrachten Flaschen ab, bauten die Saftpresse ab und unterhielten uns noch über die verschiedensten Sachen.
Fotos vom Apfelbaum über das Saftpressen bis zum Eintopf findet ihr hier: Unser Fotoalbum auf Facebook

Alles in allem war es für mich ein sehr schöner Nachmittag mit vielen lieben Menschen, interessanten Gesprächen und leckerem Essen – vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben! 🙂

Wer mehr über die Beteiligten erfahren möchte:

www.foodsharing.de – die bundesweite Plattform zum Lebensmittelretten, in Leipzig sind knapp 500 Foodsaver dabei

BUND Regionalgruppe Leipzig – Inhaber der Saftpresse, bietet ähnliche Veranstaltungen, z.B, auf der Streuobstwiese an der Stahmelner Str. (Wahren) an

Initiative Querbeet – der Gemeinschaftsgarten im Leipziger Osten (Neustädter Str. 20) mit wöchentlichen Gärtner-Treffs und vielen Veranstaltungen

mundraub.org – Initiative, Community und Online-Karten rund um’s Obst ernten in der Stadt, zeigt dir wo Obstbäume, Nusssträucher, Käuter etc. stehen