Es war heiß an diesem Samstagmorgen des 9. Juni, doch trotzdem traf sich auf dem Augustusplatz eine Gruppe junger Menschen bestehend aus Studierenden, Auszubildenden und Berufstätigen, um zum Ackerbaubetrieb Saat-Gut Plaußig zu radeln. Die Möglichkeit, einen Landwirtschaftsbetrieb in seinem aktuellen Dasein mit all seinen Möglichkeiten und Herausforderungen hautnah erleben zu können und ins Gespräch zu kommen, wollte sich niemand entgehen lassen.

Nach einer 45-minütigen Radtour zum Hof wurden wir vom Geschäftsführer und seinem quirligen Nachwuchs persönlich empfangen und bekamen eine Einführung in die Betriebsentwicklung und aktuellen Betriebszweige des Betriebes. Aufgrund der Hitze nahmen wir das Angebot an, statt mit dem Fahrrad lieber im überdachten Anhänger, der an den Traktor gekoppelt wurde, zu den umliegenden Ackerflächen zu fahren. Neben einem Exkurs zur Grünlandbewirtschaftung sprachen wir dort über Fruchtfolgen und die Probleme mit Schädlingen im Raps- und Zuckerrübenanbau. Außerdem konnten wir uns vor Ort ein Bild von der Dürreproblematik in dieser Jahreshälfte machen und bekamen dadurch mehr Verständnis dafür, mit welchen Risiken die Landwirtschaft konfrontiert ist. Zum Beispiel gibt es neben Schad-Erregern im Marktfruchtanbau oder dem ausbleibenden Niederschlag auch weitere Hürden und Herausforderungen zu meistern: Preisschwankungen für die Agrarerzeugnisse, die Veränderungen auf dem Bodenmarkt oder die Flächenkonkurrenz mit der Industrie bereiten vielen Landwirtschaftsbetrieben derzeit große Sorge.

Der Geschäftsführer fuhr mit uns zu unterschiedlichen Standorten der insgesamt 2.500 ha großen Ackerfläche und beantwortete sehr gut verständlich all unsere Fragen zu den Unterschieden zwischen dem konventionellen und ökologischen Ackerbau. Zuletzt fuhren wir zur ökologisch bewirtschafteten Ackerfläche, wo kürzlich der Bio-Rhabarber für die regional hergestellte Lipz-Schorle geerntet wurde. Dort durften wir, um den ersten aufkommenden Picknick-Hunger zu stillen, Erbsen naschen und erfuhren mehr darüber, welche Herausforderungen die Umstellung auf ein ökologisches Anbausystem mit sich bringt.

Gesättigt durch viele Informationen und leckere Bio-Erbsen machten wir uns auf den Rückweg zum Hof, wo wir gemeinsam neben dem Gutshaus auf der Wiese unsere Brotzeit zu uns nahmen, die mittlerweile bei vielen Zukunftsfelder-Events stattgefunden hat. Gestärkt und gut gelaunt verabschiedeten wir uns vom Geschäftsführer und seiner Familie und radelten zurück in die Stadt. Wir danken Herrn Benedikt Biermann für den spannenden Einblick in die Wirtschaftsweise und Visionen des Betriebs und wünschen alles Gute und ein gutes Erntejahr!